43. Funzelfahrt auf dem Main
Über 170 Wassersportler bringen Frankfurt zum Leuchten
Als am Samstagabend die ersten beleuchteten Boote auf dem spiegelglatten Main vor der Frankfurter Skyline auftauchten, war die 43. Funzelfahrt auf dem Main, ausgerichtet vom Frankfurter Kanu-Verein 1913 e. V. (FKV), bereits seit mehreren Stunden in vollem Gang. Rund 170 Wassersportler aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hatten sich in diesem Jahr für die traditionelle Fahrt angemeldet – so viele wie noch nie zuvor. Darunter waren Kanutinnen und Kanuten aus 27 Vereinen, DKV-Einzelmitglieder sowie einige Ruderboote aus Frankfurt. Begleitet und abgesichert wurde die abendliche Ausfahrt von zwei Sicherungsbooten der DLRG. Die Funzelfahrt war zuvor 40-mal vom ESV Blau-Gold Frankfurt organisiert worden und wird seit 2024 vom FKV ausgerichtet.
Das Wetter hätte für die Funzelfahrt kaum besser sein können: Bei strahlendem Sonnenschein, warmen Temperaturen und nahezu völliger Windstille herrschten bereits am Nachmittag beste Bedingungen für die Ausfahrt. Auch am Abend waren die Temperaturen noch angenehm.
Um 15 Uhr begann die Veranstaltung auf dem Vereinsgelände des FKV in Niederrad mit warmer Suppe sowie Kaffee und Kuchen. Nach der Stärkung machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihren Booten auf den Weg. In ihrem eigenen Tempo fuhren sie die sieben Kilometer lange Strecke zum Rudererdorf in Oberrad, wo weitere Ruderer und Paddler der flussaufwärts gelegenen Vereine zur Funzelfahrt dazustießen. Gemeinsam blieb anschließend ausreichend Zeit, die Boote an Land zu holen und sie für die bevorstehende Fahrt mit Laternen, Lampions, Lichterketten, Leuchtstäben und in einem Fall sogar mit echten Fackeln zu schmücken.
Mit Einbruch der Dunkelheit und nach der Schließung der Schleuse erfolgte kurz nach 19 Uhr der gemeinsame Start. Die DLRG gab die Strecke frei und sicherte die Fahrt mit ihren beiden Booten ab.
Die beleuchteten Boote vor der Frankfurter Skyline boten einen ungewöhnlichen Anblick, der den vorbeifahrenden Ausflugsschiffen und den Passanten am Ufer nicht entging. Für die Paddler und Ruderer selbst war es ein ebenso besonderer Moment, sich mitten in diesem leuchtenden Strom zu bewegen und die vielen bunten Lichter um sich herum auf dem Wasser zu sehen. Immer wieder gab es spontanen Applaus vom Ufer, und von den Brücken schallten anerkennende Zurufe zu der vorbeiziehenden Parade.
Nach etwa anderthalb Stunden erreichte das Feld wieder das Vereinsgelände des FKV. Gegen Ende wurde die Fahrt zunehmend schneller – vermutlich deshalb, weil einige der schnellen Kajaks an der Spitze des Feldes bereits den Grill im Blick hatten und das Tempo vorgaben. Das als Führungsboot unmittelbar hinter der DLRG fahrende Drachenboot des FKV musste sich dabei kurzfristig richtig ins Zeug legen, um seine Position an der Spitze zu halten. Schließlich sollte seine Besatzung als Erste anlanden, um den nachfolgenden Kanuten beim Ausbooten zu helfen.
Auch an Land blieben die Boote zunächst beleuchtet, damit die Preisjury ausreichend Gelegenheit hatte, die aufwendig geschmückten Gefährte zu begutachten. Währenddessen sorgte das Rahmenprogramm für die weitere Unterhaltung. Neben Grill, Salatbuffet und Kuchentheke gab es Ausschank, Musik und ein Lagerfeuer.
Bei der anschließenden Preisverleihung wurden besondere Leistungen und Beiträge zur Funzelfahrt ausgezeichnet. Der Kanu Klub Zugvogel Essen wurde für die weiteste Anreise ausgezeichnet, der WSV Remagen für die meisten angemeldeten Teilnehmer. Ein besonderer Funzelfahrt-Sonderpreis ging in diesem Jahr an Klaus Rohde von der Darmstädter TSG 1846, der sein 40. Funzelfahrt-Jubiläum feiern konnte. Als Zusatzpreis wurde außerdem ein Buch einer Kinderbuchautorin, die Mitglied im FKV ist, an eine siebenjährige Mitpaddlerin des WSV Remagen vergeben, die sich sichtlich über diese besondere Ehrung freute.
Das gemeinsame Beisammensein dauerte bis in die späten Abendstunden. Einige Paddler nutzten darüber hinaus die Möglichkeit, auf dem Vereinsgelände zu übernachten, sodass die Veranstaltung für sie erst am nächsten Morgen endete.
Mit der 43. Ausgabe hat die Funzelfahrt erneut gezeigt, dass sie weit mehr ist als eine etwas andere Ausfahrt. Sie bringt Wassersportler und Wassersportvereine zusammen und nutzt den Main als gemeinsamen Veranstaltungsraum mitten in Frankfurt. Der neue Teilnehmerrekord, die Beteiligung verschiedener Bootstypen und das große ehrenamtliche Engagement zeigen, dass diese Tradition auch nach mehr als vier Jahrzehnten eine bemerkenswerte Resonanz findet und vom FKV mit großer Sorgfalt und viel Liebe zum Detail fortgeführt wird.
Unser besonderer Dank gilt den zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die diese Veranstaltung zu dem machen, was sie ist; den Organisatorinnen und Organisatoren, die bereits Wochen im Voraus viel Zeit in die Planung und Vorbereitung der Veranstaltung investiert haben, sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern, die am Veranstaltungstag tatkräftig angepackt und mit ihrem Einsatz dafür gesorgt haben, dass die 43. Funzelfahrt erfolgreich über die Ziellinie gebracht werden konnte. Wir freuen uns mit euch auf das nächste Jahr und auf die nächste Funzelfahrt!
Silke Wolf










