HKV Wanderfahrertreffen, Werrarallye und Wesermarathon
Von Julia Hitschler
Während andere am 30. April tanzend in den Mai starteten, fuhr ich mit Jan, Martin und meiner Schwester Lisa zum 61. Wanderfahrertreffen des HKV in Witzenhausen bei Kassel. Nach einem gemütlichen Abend mit Teilnehmern vieler hessischer Vereine ging es am 1. Mai direkt aufs Wasser. Wir starteten in Witzenhausen und folgten flussabwärts der Werra, die nach 22 km mit der Fulda zusammenfließt und bei Hann. Münden die Weser bildet. Die Fahrt wurde heute in Gimte beendet. Nach einem kurzen Stück auf der schnellfließenden, aber viel breiteren Weser, paddelte Jan sogar noch etwas weiter. Von der Weser würde ich am Sonntag aber noch genug sehen, das ahnte ich zu diesem Zeitpunkt wohl bereits.

Auf der Werra ab Witzenhausen
Abends erfolgte die Ehrung der jahresbesten Wanderfahrer vom Hessischen Kanuverband. Der FKV konnte gleich vier Ehrungen erhalten: Lisa Hitschler (7. Platz bei den Frauen), Andreas Richter und Jan Heering (12. Und 13. Platz der Männer). Martin Goedecke schaffte es sogar aufs Podest und holte mit dem 3. Platz eine bronzene Trophäe für den FKV. Zum ersten Mal seit vielen Jahren konnten der WSV Bürgel-Offenbach und der PSV Grün-Weiß Kassel den Wettbewerb nicht mehr alleine dominieren.

Preisverleihung abends im Vereinsheim des WKC
Der Samstag begann früh um 8 Uhr mit Start der Werralandrallye in Eschwege (39 km flussaufwärts). Ein kurzer Stau beim Umtragen eines Wehrs verlangte etwas Geduld, aber dann ging es wieder flott voran. Der obere Abschnitt der Werra war noch etwas schöner, aber malerische Fachwerkhäuser und ein paar Stromschnellen gab es bei beiden Werra-Etappen zu betrachten. Zur Pause gratis Kuchen in Bad Sooden-Allendorf, bevor die Tour wieder in Witzenhausen an unseren Zelten endete. Mit 600 Teilnehmern war dort auf dem Vereinsgelände die Hölle los, Boote Bierstände und Grills soweit das Auge reichte. Der Witzenhäuser Verein ist aber ein eingespieltes Team als jahrzehntelanger Organisator der Rallye. Sogar die Kirschkönigin mit Gefolge stattete dem Treiben einen Besuch ab. Für mich war das Wanderfahrertreffen inkl. Rallye wohl die beste Veranstaltung, die ich bisher miterlebt habe. Auch das Programm abseits des Wassers, die Frühstücksbuffets, Stadt- und Museumsführungen waren gut besucht und man hörte nur Positives. Ich kann jeder Paddlerin empfehlen, in den kommenden Jahren einmal dort teilzunehmen.
Bunte Bootsvielfalt auf der Werrarallye

Nicht weit von Witzenhausen fand sonntags der Wesermarathon statt, der 2026 vom Mündener Kanu-Club e.V. ausgetragen wurde. Gemeinsamer Start war in Hann.Münden. Für Bronze waren 53 km bis nach Beverungen zurückzulegen, Silber gab es in Holzminden für 80 Paddelkilometer. Und die Königsklasse -uns aber definitiv zu lang- war Gold mit 135 km in Hameln. Wir starteten um 7:45 Uhr in Hann. Münden am Weserstein bei Kilometer 0, dort wo Werra und Fulda sich küssen und die Weser bilden. Ich war mir gar nicht sicher, ob wir die 80km zusätzlich zu den Strecken der beiden Vortage schaffen können. Über den vergangenen Winter hatte ich das Paddel sehr wenig in der Hand, und bin erst mit den Ausdauertrainings ab März wieder sportlich gestartet. Diese Trainings haben mir geholfen, meine Paddeltechnik zu verbessern und Kondition aufzubauen, doch das gesetzte Ziel in Holzminden schien in ewiger Ferne…
Am Weserstein, unserem Startpunkt für den Wesermarathon
Die Weser floss sehr konstant, manchmal war es sogar etwas eintönig für mich bei so einem breiten Fluss. Wir konnten im Schnitt etwa 11 km/h paddeln. Ohne große Pausen und mit nur einem kurzen Landgang paddelten wir bis Beverungen und erreichten das Bronze-Ziel tatsächlich kurz vor 13 Uhr. Danach brauchten wir aber wirklich eine Pause zum Essen und kurzen Verschnaufen. Da wir recht „spät“ gestartet waren, hatten wir fast nur 8,5 h um die 80 km zu erreichen – Es musste also zügig weitergehen. Erschöpft und wirklich auf die Minute genau um 16:30 Uhr legten wir am Ziel in Holzminden an. Wir haben es tatsächlich gemeinsam geschafft, die 80 km zu erpaddeln! Vor ein paar Wochen hätte ich noch nicht gedacht, dass dies direkt nach der Wintersaison mit ein paar gezielten Ausdauertrainings möglich sein wird. 145km innerhalb von drei Tagen ist schon eine starke Leistung, auf die man stolz sein kann. Selbstverständlich nichts, was man beliebig oft am Wochenende wiederholen möchte. Aber es ist ein tolles Gefühl zu erkennen, zu welchen Leistungen man fähig ist und was alles in einem steckt! Ein ereignisreiches und erfolgreiches Maiwochenende ging dann recht spät in Frankfurt zu Ende, nachdem Mensch und Material wieder heil am FKV Bootshaus angekommen sind.

Geschafft, im wahrsten Sinne

